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LuciaRomantica feiert ihre Erste Heilige Kommunion...
(urheberrechtlich geschützt - alle Rechte bei Kameramann Julius Zeiger)


Die KinderIgelRettungsAktion...
(von Julius Zeiger)






v.l.: IgelRetterin Lucia / das putzmuntere, gerade gerettete IgelKind / die helfende Autofahrerin aus Wesel...
Wie üblich absolvierte ich nachmittags mit meiner hübschen, ältesten Tochter Lucia (22) dieser Tage eine ausgedehnte Radtour durch die nicht wenigen weiten Felder, Wiesen und Niederungen des Gelderlandes, wie wir dies seit über sieben Jahren regelmäßig tun. Nicht nur wegen der Bewegung und körperlichen Ertüchtigung, sondern auch, weil man bei solchen sehenswerten und anmachenden PedalritterTouren auch bestens das GenerationsVerhältnis sowie die Vater-Tochter-Beziehung pflegen und gut ins Schuß halten kann.
Lucia, die vor den Sommerferien gerade mit Bravour in Xanten ihre Staatsprüfung als Kinderpflegerin bestanden hat und nun in der alten Thomasstadt Kempen im Nachbarkreis vorerst als nächstes Ziel auf die "staatlich geprüfte Erzieherin" lossteuern wird, ist nicht nur sehr kinder-, sondern auch tierlieb. Das bekommt auch die Familie immer wieder deutlich und in hervorragender, engagierter Weise zu spüren. Besonders wenn ich mit Lucia per Pedalen etliche Kilometer abstrample, so daß selbst die strapazierten Drahtesel unterwegs immer gehörig seufzen und erleichtert aufatmen, wenn sie wieder daheim geruhsam in der Garage stehen und sich bis zur nächsten Tour ausruhen können, bekomme ich dieses animalische Engagement meiner hübschen Tochter immer wieder zu spüren und werde mit Episoden konfrontiert, die mich teils verblüffen, aber zuweilen auch sehr heiter stimmen - ja, mich nicht selten bis über beide Ohren oder auch sonstwo breit grinsen, wenn nicht gar laut auflachen lassen.
Den mit Abstand dicksten Hund leistete sich Lucia unlängst zwischen Holländer See und RuwelWerke in Geldern. Dort bogen wir in Richtung Pont unmitterbar hinter den Schienen linker Hand in den Waldweg Richtung Baersdonk ein, der schon ganz vorn mit einer kleinen Brücke aufwarten kann, die passiert werden muss. Wir waren kaum den Waldweg einige Meter hinein geradelt, als Lucia abrupt vor mit stoppte und regelrecht eine "Vollbremsung" machte. Sie zeigte ganz aufgeregt mit dem rechten Zeigefinger auf den Waldboden . Dort hüpften winzige Frösche vereinzelt umher. So klein, daß man sie kaum sehen konnte.
Offenbar waren sie noch nicht lange ihrem Kaulquappendasein "entronnen" und hüpften gerade durch die für sie sicher noch völlig unbekannte Weltgeschichte des Waldes, der ihre künftige Heimat werden sollte. Daß die "Winzlinge" vorwiegend über den Weg ihre Sprungübungen" machten, lag wohl daran, daß dieser eindeutig ebener und daher besser für die künftigen "Quaker" geeignet war, sich fort zu bewegen als das dichte und mit Hindernissen aller Art bepackte Waldstück.
Für Lucia war das natürlich nun Anlaß, unmißverständlich mich als ihren Erzeuger mit Händen, Füßen und Mund darauf aufmerksam zu machen, daß wir natürlich angesichts dieser "hüpfenden Gnom-Invasion" auf keinen Fall weiter auf den Weg radeln konnten. Denn der war ja nun von den "armen kleinen Kinderfröschen" beschlagnahmt. Und die konnten natürlich überfahren oder sonstwie aus ihrer erst kurzlebigen Bahn geworfen werden. Nein - das durfte auf keinen Fall geschehen...!
Die unausweichliche Folge war, daß wir die nächste viertel Stunde bis 20 Minuten auf rund 40 bis 50 Metern intensiv damit beschäftigt waren, unsere Drahtesel ganz vorsichtig im Schneckentempo vorwärts zu bewegen, damit "kein Fröschlein überfahren" werde oder ihm sonstwie ein Leid geschähe - und sofort zu stoppen hatten, wenn dies nicht möglich war, weil einer der "Winzlinge" uns so in die Quere kam, daß nur durch Niederbücken und seine Versetzung außerhalb des Gefahrenbereichs seine Rettung gewährleistet war.
Au weia, war das eine Bückerei!
Zwar kam mir das alles ein wenig "komisch" und auch etwas kurios vor, zumal es gar nicht so einfach war, die hüpfenden und quirligen, glitschigen Zwerge "auf die Schnelle" zu retten, weil sie teils immer wieder wegflutschten und selber vermutlich gar nicht von der menschlich angeleierten Rettungsaktion besonders begeistert waren.
Wie viele FroschKinder (von Lucia ganz zu schweigen, denn die war dreimal so flink und eifrig!) ich wirklich gerettet habe, weiß ich nicht, habe ich auch nicht gezählt. Ich weiß nur eins: nach der "Rettungsaktion" war ich heilfroh, wieder den Weg fortsetzen zu können, denn die Sache war ganz schön ins Kreuz (für mich, für Lucia natürlich nicht) gegangen, wenn wir anschließend auch am Waldesausgang zwischen Gärtnerei und Baesdonker Feuerwehr auf der Bank an der Bushaltestelle eine kleine Pause machten, denn Lucia hatte natürlich unterwegs immer noch argusäugig Ausschau gehalten, ob ja auch nirgendwo vielleicht doch noch ein verirrtes Froschkind gerettet werden müßte.
So ist also unsere Lucia!
Von der "SchneckenRettungsAktion" auf dem NiersWeg zwischen Haus Golten und dem Ponter Knast bei Nieselregen, zu der Lucia mich vor Wochen auch "nötigte", will ich hier erst gar nicht auch noch anfangen. Da wurde nämlich nicht so schnell "gehüpft" wie bei dem Quakis-Abenteuer. Und glitschiger, umständlicher und rückenbeeinträchtigender war das auch noch...
Aber klar (selbst wenn ich immer für das nächste Mal feierlich schwöre:"Nie wieder!") - auch da habe ich natürlich wieder mit gemacht als Vater und "voll reingehauen". Ich konnte mich doch nicht lumpen lassen. Was wäre das denn gegenüber der Tochter für ein "VaterGesichtsVerlust" gewesen?!
Wenn ich auch immer wieder über derlei Abenteuer mit den väterlichen Ohren schlackere und von den oft dabei qualmenden Socken bin, sage ich mir selbst immer:"Lieber SO EINE tierliebeTochter - als eine, die Frösche einfach achtlos zertritt oder Schnecken wie Steine aus dem Weg schießt - oder?
Deshalb bin ich stolz auf unsere Lucia!
Und wie!
Dieser Tage waren wir also mal wieder unterwegs: am späten Nachmittag von der Konrad-Adenauer-Strasse in Geldern aus über Aengenesch radelten wir einen großen Bogen, um dann gegen 19.30 Uhr am Aegenescher Kreuz rechts den Waldweg zur Kapellener Strasse einzuschlagen, die wir dann auch wohlbehalten und ohne besondere Zwischenfälle erreichten.
Da waren wir schon über zwei Stunden unterwegs und wollten noch durch das Gewerbegebiet und dann "hintenherum" wieder heimwärts radeln.
Auf der Kapellener Straße passierte es dann: erst entdeckte Lucia einen toten, überfahrenen Igel.
Ganz platt und zermatscht lag er mitten auf der Fahrbahn.
Da Lucia fast zu jedem toten Tier, das sie unterwegs sieht, einen "mitleidsvollen Kommentar" abgibt, tat sie es jetzt auch wieder:"Und wenn das vielleicht eine Igelmama war, die womöglich Babys oder Igel-Kinder hat...!?"
Sie hatte das kaum beim Weiterradeln ausgesprochen, da rief sie auf einmal laut und erschrocken:"Da läuft ja ein ganz kleiner Igel auf der Straße herum! Papa, den müssen wir unbedingt retten - sonst wird der auch noch überfahren...!"
Offenbar tatsächlich das Ingelkind der totgefahrenen Mutter mitten auf der Straße!
Der "kleiner Stachelkerl" lief natürlich auch noch blauäugig genau auf dem weißen Streifen mittlings der Fahrbahn der Kapellener Strasse herum. Die "weiße Farbe" schien das Stacheltier vermutlich besonders zu faszinieren. Fast sah es so aus, als laufe das ahnungslose Igel-Kind wie gebannt den weißen Streifen gezielt entlang.
Also was tun? Ganz klar und von Lucia angetrieben: als "Papa" runter vom zweirädrigen Fortbewegungsmittel und mit Handzeichen rechts und links den regulären Verkehr zum Erliegen gebracht:"Halt - hier hat eine Igelrettungsaktion Vorrag!"
Während dies auch Lucia ganz vehemend mit Winkerei und wilden Gestikulationen beiderseits tat. Um dem Nachdruck zu verleihen (und damit kein rücksichtsloser oder besonders eiliger Zeitgenosse mit seinem Auto doch noch das Igelkind überfahren konnte), fuhr ich per pedes mit dem Rad mitten auf die Straße dorthin, wo der Igel im Zentrum höchster Todesgefahr unbekümmert einherpilgerte.
Hinter uns quietschen scharf Bremsen, während ich, in der einen Hand das Rad haltend, das Igendkind von der Straße hob und es von dieser außer Gefahr brachte...
Ein Fahrzeug mit Weseler Kennzeichen hielt hinter uns mitten auf seiner Fahrseite. Eine Frau sprang heraus, um sich an der IgelRettungsAktion mit zu beteiligen:"Ich habe den Kleinen schon laufen gesehen mitten auf der Straße und hätte sowieso angehalten und ihn nicht überfahren..."
Ich drückte ihr das Fahrrad in die Hand, um mich besser dem Igel widmen zu können.
Der war ganz zutraulich, rollte sich keineswegs ängstlich ein, sondern streckte seine "Schnüffelnase" vorwitzig und neugierig weit hervor, beschnüffelte mich und meine Hand und war quicklebendig. Es war ersichtlich, daß er noch keinerlei Lebenserfahrung und Kenntnis davon hatte, welche Gefahr um ihn herum lauerte und sein ganzes Leben weiter lauern würde, ja welche tödliche Gefahr er gerade um Haaresbreite entronnen war. Ein erfahrener, erwachsener Igel hätte sich ganz anders verhalten.
Wir hatten uns an den Straßenrand verdrückt. Der Autoverkehr flutete wieder vorbei. Neugierige Blicken trfafen uns aus den Fenstern der vorbeifahrenden Vehikel.
Ich drückte Lucia das Igendkind in die Hand: als bleibende Erinnerung und auch fürs Internet sollten Igel und Retterin, aber auch die brave Helferin mit dem Weseler Auto abgelichtet und verewigt werden.
Nach dem diese Tat vollbracht, die Konterfeis in den Kasten waren, beschlossen wir, das Igelkind möglichst weit in den angrenzenden Wald hineinzutragen und es dort wieder frei zu lassen. Wer weiß, vielleicht waren ja sogar noch Geschwister und ein Vater (oder auch eine Mutter doch noch) vorhanden und suchten bereits nach dem Nachwuchs und das Geschwisterchen, das sich zu weit vorgewagt hatte.
Während wir dies beschlossen und noch am Straßenrand standen (die Weselerin mit "Blinkern"), raste wie ein Verrückter ein Verkehrsrowdy mit massiv überhöhter, nicht zugelassener Geschwindigkeit und heulendem Motor in einem Sportwagen mit offenem Verdeck an uns vorbei - einer jener Zeitgenossen,die immer - und besonders im Verkehr - sich profilieren und unter Beweis stellen möchten mit lauter Musik:"Platz da, alles weg - jetzt komme ich...!"
Kommentar der Frau aus Wesel:"Das ist auch einer von denen, die den Igel hunterprozentig platt gefahren hätten...!" Ja, hätten WIR ihn nicht gerettet unmittelbar vorher, wäre er spätestens in diesem Moment durch den "MöchtegernRennfahrer" in den SternenIgelKinderHimmel geschickt worden!-
Und Lucia meinte:"Die sich so rücksichtlos gegenüber Tieren verhalten, tun es meist auch gegenüber ihren Mitmenschen...!"
Wie recht sie hatte! Sie sprach mir aus väterlichem Herzen!
Nachdem wir den kleinen Ingel in (wohl nur vorläufiger) Sicnherheit gebracht und uns auch von der hilfsbereiten Autofahrerin verabschiedetet hatten, fuhren wir wieder weiter - und hatten dabei ein sehr zufriedenes und fast "erhebendes Gefühl", das meine Filia so ausdrückte:"Papa, heute Abend werde ich sicher ganz phantastisch schlafen können - nach dieser guten Tat!"
Ja, dem konnte ich mich eigentlich nur mit väterlichem Wohlwollen und Stolz über eine solche Tochter mit Leib und Seele anschließen.
Wenn auch Lucia unterwegs aus heiterem Himmel in meine Richtung maulte:"Aber mehr aufpassen können hättest Du ja wirklich auf Dich selber auch, Papa, denn wie Du da mitten auf der Straße mit dem Rad standest, als Du den Ingel aufgehoben hast - Gott, das sah aber ganz schön gefährlich aus und ich hatte wirklich auch um Dich mächtig Angst...!"
War das die wahre Tochterliebe?
Ein warmes Gefühl durchflutete mich, als ich diese Worte hörte.
Rein äußerlich grinste ich natürlich meine Tochter an:"He, was hätte mir schon passieren sollen?! Ich bin Dein Vater - vergiß das nicht! Denke an den Schlager von Peter Alexander:`Der Papa wird`s schon richten...´ Und Du weißt ja: Väter haben nicht nur immer recht, sondern in der Regel gelingt ihnen auch immer alles, was sie in Angriff nehmen. Na ja, zumindest das meiste...!"
Und während wir dann etwas flotter heimwärts radelten, grübelte ich bereits wieder tief und ernsthaft darüber nach, welches Abenteuer mich wohl bei meiner nächsten Tochter-Vater-Radtour erwarten würde...





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